VENEDIG

„Alle Städte sind gleich, nur Venedig ist ein bisschen anders“ lässt Friedrich Torberg seine Tante Jolesch sagen. Der Ironie dieser Ansicht wird man sich bereits beim ersten Beschnuppern dieses urbanen Juwels bewusst.

Seit einigen Jahren ist es fast schon zum Brauch geworden, dass meine Frau und ich am Beginn der Adventszeit, hängt mit dem Geburtstag meiner Frau im Dezember zusammen, dieser faszinierenden und stets neu zu entdeckenden Stadt einen Besuch abstatten.
Es gibt keine touristenfreie Zeit in Venedig, wohl aber eine touristenarme Zeit, nämlich von Dezember bis zum Beginn des Karnevals.

Nach nunmehr schon in Dutzenden zu zählenden Besuchen in der Lagune hat sich mittlerweile so etwas wie ein Insiderwissen, wenn auch in bescheidenem Ausmaß, ergeben.
Auch wenn es angeberisch klingt, aber es gibt „Stammlokale“ ohne deren Besuch wir nicht von Venedig abreisen würden.

Quelle: www.veneziasi.it

In einer dieser Osterien kommen wir nicht umhin eine nur in dieser Zeit erhältliche und für Venedig typische Spezialität zu genießen, nämlich MOECHE.
Das sind Krabben, ca. handtellergroß, die kurz nach dem Abwerfen des Panzers in der Lagune gesammelt werden. Des sonst natürlich nicht essbaren Chitinmantels entledigt, isst man diese in göttlicher Weise zubereiteten Tiere, begleitet von einer, meistens jedoch mehreren, Ombra ( Gläschen Wein) als Zwischdurchhappen oder als Vorspeise zu einem Fischmenü.

Von weiteren venezianischen Feinheiten , wie FEGATO DI VITELLO, PASTA NERA, CANNOSCE usw. zu berichten wäre müßig, da jene ganzjährig erhältlich sind.
Es ist sowohl die zeitliche als auch mengenmäßige Beschränktheit, die diese MOECHE zu einer so besonderen Spezialität aus der cucina veneziana machen

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