ROM

Wie nähert man sich einer solch gewaltigen Stadt, die bereits in ihrem Namen, nämlich die „ewige“, schier unerschöpfliches Erforschungspotential in sich birgt?

Die suburbanen Gebiete unterscheiden sich nicht von irgendeiner anderen Großstadt, egal wo, außer dass die topographischen Bezeichnungen auf italienisch aufscheinen – riesige Ringautobahnen, Wohnblocks ungeahnten Ausmaßes, verschmutzte Tankstellenausfahrten, preiswertes „Gewerbe“ für Fernfahrer, Bau- und Gartenmärkte mit von Kleinwagen überfüllten Parkplätzen,  v i e l  Staub und Abgas.

Aber folgt man dem Hinweisschild CENTRO STORICO beharrlich, so kommen nach und nach vorerst die prächtigen Vorstadtvillen der Adeligen, Parkanlagen in denen sich an Wochenenden die Städter erholen und der unvermeidliche Verkehrsstau zur Stoßzeit, in der alle, auch so wie überall, die in den oben erwähnten  Vorstadtblocks wohnen, nach Hause wollen.

Und plötzlich, egal von welcher Seite man in Rom einfährt, als Transappeniner ist das meist der Norden, kommt man unweigerlich auf eine von Rom´s Prachtstraßen, sei es die Via dei Fori Imperiali, die vom Kolloseum zum Monument des Vittorio Emanuele (im Volksmund „Schreibmaschine“ oder auch „Torte“ genannt) führt, oder zur Via Cavour oder sonst einer mehrspurigen Schlagader, deren Puls schier unablässig schlägt.

Jedoch, und ich spreche aus Erfahrung, nur ein kleinwenig abseits dieser molochartigen PS-Anhäufung bietet sogar diese Weltstadt unvorstellbar romantische Flecken und Ecken, die zu erkunden ein halbes Leben nicht reichen würde.

Doch wie es der Zufall wollte, genau im Viertel „Madonna dei Monti“, in dem angeblich das Herz Rom´s schlägt, fanden meine Frau und ich Quartier. Nahe dem Colloseo, wo kleine, alte Handwerksbetriebe – vom Schuster, Schneider, Tischler und Rahmenmacher bis zum Greisler und dem unvermeidlichen maccelaio zu finden sind und zahlreiche Cafes und Osterien für leibliches und auch seelisches Wohl sorgen.

Doch zuvor gibt´s Geschichte, Geschichte, Geschichte und nochmals Geschichte.

Dreitausend Jahre an politischer und  zumindest zwei tausend Jahre an Kirchengeschichte die unglaubliche Spuren hinterlassen haben, wollen erkundet werden.

Also, „man nehme“ einen Sacerdoten, der sowohl kirchengeschichtlich (no na) als auch kulturgeschichtlich absolut firm ist, nebenbei philanthropisch geprägt und auch dem „normalen“ Leben nicht abhold (soll heißen, weitab von jeder Orthodoxie und penetrantem Klerikalismus)

Solch ein Glücksfall widerfährt einem nur in Gestalt eines Menschen, wie ihn:
Dr. Peter Allmeier, seines Zeichens Dompfarrer zu Peter u. Paul präsentiert.

Wissen auf seine Art beigebracht verankert sich, nackte Daten verflüchtigen sich – simples Resümee unsererseits.

20 Stunden Rom sind zuwenig, 20 Jahre Rom sind auch zuwenig.

Deshalb- eine Münze in den Trevibrunnen (abgeleitet von tre vie = drei Wege), noalso, schon gelernt, und schon ist eine Rückkehr in die „ETERNA“ garantiert.

Für jeden der noch nie in Rom war oder schon lange nicht mehr, kann es nur einen Rat geben:

Total ergeben und respektvoll die 7 Hügel (vom Palatin über  Esquilin und  Aventin bis zum Vatikan) und die Gastronomie (besonders in Trastevere) und alles, was diese vielfältige Stadt zu bieten hat, auf sich wirken lassen. Jedenfalls ist es ein unbeschreibliches Gefühl, wenn man sich auf Pflastern, unter Bögen oder  neben Säulen aufhält auf, unter und neben denen bereits Cäsar, Cicero, Augustus, Marc Anton und viele andere aus dem Geschichtsunterricht bekannte Personen schon vor 2000 Jahren dasselbe taten.

Ein Gedanke aber drängt sich hierbei auf: Welches Bauwerk unseres Jahrhunderts wird es wohl in 1000 Jahren noch geben? Zumindest wird man sich seiner Kleinheit und seines kurzen Lebens in fast brutaler Weise bewusst.

Trotz allem lauschen meine Frau und ich täglich Richtung Süden, ob wir vielleicht bereits den Ruf aus dem Trevibrunnen, der zur Wiederkehr nach Rom gemahnt, vernehmen.

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